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Ein Tag

Ich gehe aus dem Haus, sehe Blätter fliegen, langsam schwebend, gehen sie dem Boden entgegen. Wenn ich auf eines von ihnen stehe gibt es ein knackendes Geräusch. Ein Duft steigt in meine Nase. Es riecht nach Herbst. Ich mag den Herbst nicht. Ich mag alle Jahreszeiten nicht. Als ich noch klein war konnte ich mich über alles freuen. Über das erste fallende Blatt, die erste Schneeflocke, die fiel, der erste wärmende Sonnenstrahl am morgen. Ich konnte morgens wenn es noch dunkel war aufstehen und mich draussen auf eine Wiese setzen, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Wenn es regnete fühlte ich mich gut. Ich liebte das leise Klopfen der Regentropfen, die gegen eine Scheibe prasselten. Ich liebte es wenn der Wind draussen durch meine Haare wehte. Ich stellte mir vor ich wäre ein Vogel, der mit dem nächsten Windstoss ganz leicht und weit davongetragen wird. Ich stellte mir vor ich wäre frei und flöge weg. Ich sass am Meer, roch den salzigen Geschmack des Wassers in der Luft, hörte die Möwen krähen und was glücklich. Einfach nur in diesem Moment, ich spürte Freude in mir, ein wohliges Gefühl ging durch meinen Körper. Ich musste einfach lächeln.

Ich ging mit meiner Mutter einkaufen, Kleider, Schuhe, für jede Jahreszeit etwas neues und jedes Jahr. So erlebte ich das ganze noch viel intensiver und jede Zeit im Jahr war für mich eine besondere.

Jeder Tag war ein besonderer, an welchem wieder etwas neues spannendes passiert, wo ich wieder etwas neues sah, etwas neues hörte, etwas neues fühlte. Was ist damit nun passiert? Was ist mit diesem Menschen, welcher sich ab vielen Dingen so erfreuen konnte, passiert?

Heute geh ich durch die Welt, ohne etwas zu spüren. Nichts kann mich mehr beeindrucken, nichts berührt meine Sinne. Mit Abscheu sehe ich zu wie die Tage an mir vorbei ziehen. An jedem von ihnen passieren Dinge, die ich nicht erleben wollte, so dass ich mir wünsche ich wäre niemals aufgestanden. Ich sehe mit Abscheu auf das Tun und Denken der Meschen dieser Welt, welche denken, sie hätten Fortschritte gemacht. Sie entzaubern die Welt, lernen Dinge, forschen, entwickeln..doch ihr handeln, ihr Zusammenleben ist grausam, wie eh und je, nur vermögen wir es heute besser zu vertuschen.

Das einzige worüber ich mich freuen kann ist Musik. Sie hilft mir über jeden Tag hinweg. Sie unterstützt mich, sie ist für mich da, wenn ich sie brauche. Sie wertet und redet nicht über mich, spielt für mich, wenn ich es möchte. Ich höre ihnen zu den lauten oder sanften Klängen, welche mich in eine andere Welt entführen, eine Welt in der ich lieber bin als in irgendeiner anderen. Eine Welt aus Klängen, in welcher man sagen und singen darf was man will, eine Welt in welcher Platz zum träumen ist. Die Worte klingen in meinen Ohren und zeigen mir, dass ich nicht alleine bin, dass es Menschen gab und gibt, die noch Träume und Visionen haben und dafür kämpfen würden. So wie es die Menschen, denen ich täglich begegne nicht mehr tun. Weil sie alle zu Stein geworden sind.Sie sind gezwungen es zu sein.


Ich mag die Menschen nicht. Sie sind böse. Ich bin auch ein Mensch und auch ich bin böse. Ich habe noch nie einen Menschen getötet, doch ihr werdet sehen wie man es auch sonst zu sein vermag.

 

 

16.12.09 23:30
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nordmann (17.12.09 08:10)
Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

Franz Kafka


fee1993 (17.12.09 14:08)
das liest sich wie der anfang eines guten romans. werde mal öfters vorbei schauen und sehen, wie das hier weiter geht
grüße da lass fee

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